Brief von Katharina der Großen an Johann Georg Zimmermann, 1786

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Der literarische und wissenschaftliche Diskurs schlug sich im 17. und 18. Jahrhundert auch in einer regen Briefkommunikation zwischen prominenten Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft und Kultur nieder, wie der umfangreiche 2007 in das UNESCO-Weltdokumentenerbe aufgenommene Leibniz-Briefwechsel zeigt. Besonders im 18. Jahrhundert unterhielten herausgehobene Vertreter der Aufklärung wie Voltaire, Friedrich der Große und Friedrich Nicolai eine umfassende Korrespondenz. Ein Beispiel hierfür ist der 1785 einsetzende Briefwechsel zwischen der russischen Zarin Katharina II. (die Große, 1729 – 1796) und dem Arzt und Schriftsteller Johann Georg Zimmermann (1728 – 1795).

Die an der Aufklärung interessierte Katharina gilt als klug, belesen und vielseitig begabt. Als Briefeschreiberin steht sie mit an der Spitze des 18. Jahrhunderts: Neben Zimmermann korrespondierte sie u. a. regelmäßig mit den wichtigsten Vertretern der französischen Aufklärung, Voltaire, Diderot und d’Alembert, aber auch mit anderen gekrönten Häuptern wie dem »roi philosophe« Friedrich dem Großen. Ihre aufklärerischen Bemühungen sind besonders im Bildungswesen sichtbar: Russland nahm zu ihrer Zeit zahlreiche ausländische Studenten und Professoren auf; aufklärerisches Bildungsgut aus anderen europäischen Ländern wurde von der russischen Elite stark rezipiert.

Johann Georg Zimmermann war seit 1768 königlicher Hofrat und Leibarzt in Hannover; darüber hinaus unterhielt auch er ein umfangreiches Korrespondentennetzwerk. Als Mediziner war sein Rat von wichtigen Staatsoberhäuptern wie Friedrich dem Großen und Katharina der Großen gefragt. Sein Nachlass befindet sich in der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek. Die Korrespondenz mit Katharina hat vor allem medizinische, aber auch politische Themen zum Inhalt.

In dem vorliegenden Brief (datiert Sankt Petersburg, den 26. Dezember 1786) nimmt Katharina Bezug auf ihre bevorstehende Reise über Kiew zur Halbinsel Krim (auch als Taurische Reise bekannt), die der politischen Demonstration der Zarin im Angesicht des geplanten Krieges mit dem Osmanischen Reich dienen sollte. Die so genannten Potemkinschen Dörfer haben ihren Ursprung in dieser Reise.

Björn Schreier

Letter from Catherine the Great to Johann Georg Zimmermann, 1786

The literary and scientific discourse of the 17th and 18th century was not least based upon the correspondence between celebrities in politics, science and culture. The best example is the extensive correspondence of Leibniz which, in 2007, was admitted to the UNESCO world’s heritage of documents. Particularly in the period of enlightenment, eminent personalities such as Voltaire, Frederick the Great or Friedrich Nicolai maintained large correspondence. Another example is provided by the correspondence between Catherine II. (1729 – 1796) and the physician and writer Johann Georg Zimmermann (1728 – 1798), begun in 1785.

In the present letter (dated St. Petersburg, 26th of december 1786) Catherine refers to her imminent journey to the Crimean peninsula via Kiew. This was meant to be a political demonstration shortly before the planned war against the Ottoman Empire. The so-called Potemkin villages were built during this journey.

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