Die Leidensgeschichten des heiligen Kilian und der heiligen Margareta, 10. Jahrhundert
bookmarks2009 -->Heiligenviten hatten als literarisches Genre im Mittelalter eine große Bedeutung. Das hier vorliegende Beispiel gilt als der älteste erhaltene Vertreter der Untergattung libellus (Büchlein). Der Kodex war wohl für eine Frau bestimmt, wie die weiblichen Anredeformen (z. B. Indigna sum ego) in drei der vier Gebete am Schluss nahe legen. Abgesehen von den Gebeten enthält der Kodex die Legende des heiligen Kilian von Würzburg und die aus dem Griechischen übersetzte Legende der heiligen Margareta aus Antiochia in Pisidien.
Kilian von Würzburg (gest. 689), Patron der Diözese Würzburg, stammte aus Schottland (zumindest laut dieser Quelle) und wirkte als Missionar in Franken. Margareta erlitt nach der Legende 305 das Martyrium, weil sie sich weigerte, dem Werben eines heidnischen Verehrers (und Christenverfolgers) nachzugeben und zudem noch ihren Glauben bekannte. Sie gilt als eine der vierzehn Nothelfer. Ikonographisch ist sie daran zu erkennen, dass sie mit einem Drachen (als Erscheinung des Teufels) dargestellt wird, den sie überwunden haben soll.
Die zu oberst stehende Szene zeigt den taufenden Kilian.
Nina Otto
Prayer Book, 10th century
Entry Filed under: Die Leidensgeschichte des heiligen Kilian und der heiligen Margareta, Übersicht



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