Die Leidensgeschichten des heiligen Kilian und der heiligen Margareta, 10. Jahrhundert

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Heiligenviten hatten als literarisches Genre im Mittelalter eine große Bedeutung. Das hier vorliegende Beispiel gilt als der älteste erhaltene Vertreter der Untergattung libellus (Büchlein). Der Kodex war wohl für eine Frau bestimmt, wie die weiblichen Anredeformen (z. B. Indigna sum ego) in drei der vier Gebete am Schluss nahe legen. Abgesehen von den Gebeten enthält der Kodex die Legende des heiligen Kilian von Würzburg und die aus dem Griechischen übersetzte Legende der heiligen Margareta aus Antiochia in Pisidien.

Kilian von Würzburg (gest. 689), Patron der Diözese Würzburg, stammte aus Schottland (zumindest laut dieser Quelle) und wirkte als Missionar in Franken. Margareta erlitt nach der Legende 305 das Martyrium, weil sie sich weigerte, dem Werben eines heidnischen Verehrers (und Christenverfolgers) nachzugeben und zudem noch ihren Glauben bekannte. Sie gilt als eine der vierzehn Nothelfer. Ikonographisch ist sie daran zu erkennen, dass sie mit einem Drachen (als Erscheinung des Teufels) dargestellt wird, den sie überwunden haben soll.

Die zu oberst stehende Szene zeigt den taufenden Kilian.

Nina Otto

Prayer Book, 10th century

In the Middle Ages, the description of the lives of the saints was a very important literary genre. The passion of Kilian and Margarete, which is shown here, is known as the oldest surviving example of a libellus. Like some other famous saints Kilian came from the British Isles to the European continent to proselytize and to convert the Germans to christianity. Eventually, he did succeed, but died in the effort. Margarete was decapitated in 305 AD, because she refused to marry a heathen and persecutor of the Christians.

Gebetsbuch

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Entry Filed under: Die Leidensgeschichte des heiligen Kilian und der heiligen Margareta, Übersicht

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