Gottfried Wilhelm Leibniz (1646 – 1716)
bookmarks2009 -->Was die Zeitgenossen verblüffte und auch die Nachwelt immer wieder erstaunt, ist Leibnizens Vielseitigkeit. Der französische Frühaufklärer Fontenelle (1657 – 1757) fand dafür einmal die folgenden Worte:
Diese Lesung allerley Bücher ohne Unterscheid, welche er ohne Unterlaß fortsetzte, und der grosse Verstand, welcher sich hierinnen bey ihm hervorthat, machte nun, daß er fast alles wurde, was er gelesen hatte. Und wie die Alten die Geschicklichkeit hatten bißweilen wohl acht in eine Reihe gespannte Pferde zu regieren, so verknüpfte er auch alle Wissenschaften geschicklich mit einander. Wir sind also gezwungen diesen grossen Mann hier zu theilen, und so zu sagen aus einander zu setzen. Das Alterthum machte aus vielen Hercules einen eintzigen, wir müssen hingegen in einem eintzigen Leibnitze vielerley Gelehrte besonders vorstellen.
Neugierde auf die Welt und ihre Struktur ist Leibniz‘ Antriebskraft. Sein Denken reicht von Hannover bis nach China, von den einzelnen Elementen der Dinge (Monaden) zum ganzen Universum, von den ganz nahe liegenden Dingen (per Mikroskop) zu den weit entfernten (per Teleskop). Er denkt für die Kurfürsten in Hannover genau so wie für den russischen Zaren. Elementar ist: Die Welt ist wissenswert, sie ist Wissenswelt, denn sie ist erfahrbar. Leibniz schreibt:
… das was wir hier [auf der Welt] machen können, das ist … langsam entlang diesem Bach lebendigen und reinen Wassers von einfachem und klarem Wissen zu gehen, welcher seine Quelle in uns hat, die uns als Erleichterung dienen kann auf diesem beschwerlichen Marsch und auch Faden durch das Labyrinth ist in den weiten und bedeckten Feldern, welche Stück für Stück größer werden und unser Wissen anwachsen lassen …
Alexandra Lewendoski
Gottfried Wilhelm Leibniz (1646 – 1716)
What was so amazing for Leibniz’ contemporaries and posterity and still astounds today are his versatility and his universalism. The French philosopher of the Early Enlightenment, Fontenelle (1657 – 1757) once found the following words in order to express his admiration:
His strenuous reading of all sort of books without distinction and his great intellect made him become almost every thing he had read. And … he also combined all sciences skillfully with each other … The Antiquity created one Hercules out of many heroes; we by contrast have to picture many savants as just one Leibniz.
Leibniz’ thinking ranges from Hanover to China, from the individual elements of things (monads) to the whole universe, from the things very near (seen through microscope) to things faraway (seen through telescope). And he worked both for the Duke of Hanover and for the Russian Czar.
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