Monumentum Gloriae Ernesti Augusti, Leichenpredigt auf Kurfürst Ernst August, 1704

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Monumentum Gloriae Ernesti Augusti

Das Titelkupfer zeigt im Zentrum unter dem Bogen Ernst August, dargestellt als römischer Triumphator auf einem von vier Pferden gezogenen Wagen, darum herum gruppiert zahlreiche Vignetten, die an die wichtigsten Ereignisse und Taten seines Lebens erinnern. Ganz´zentral ist dabei die Verleihung der Kurwürde, direkt über dem Herrscherbildnis – vorgeführt als sein wohl größter Sieg. Die anderen Felder verweisen vor allem auf seine militärischen Erfolge und seine Reisen.

Gleich zu Beginn der Herrschaft Ernst Augusts versuchte Leibniz den Wirkungsbereich des Herzogs in jede Richtung zu erweitern und trug ihm eine ganze Reihe neuer Ideen vor: Man könne doch eine herzogliche Druckerei einrichten, um damit Geld zu verdienen, oder noch besser eine Kunstkammer, in der man alle neuen Maschinen und die im Harz zu findenden Mineralien zeigen könne – einen Hinweis auf die herausragende Bedeutung des Bergbaus findet man auch links oben neben dem Giebelfeld des Triumphbogens. Leibniz war so eifrig, dass er in den ersten Jahren nach dem Regierungsantritt für Ernst August nahezu 40 Schriften verfasste, in denen es um alles Mögliche und auch Unmögliche ging, so zum Beispiel um die Herstellung von Leinen oder die Verhüttung von Erzen aus Sumatra.

Die erste Aufmerksamkeit des Herzogs aber zog Leibniz mit dem Abschiedsgedicht auf sich, das er zum Begräbnis Johann Friedrichs verfasst hatte und das zugleich Ernst August eine große Zukunft versprach. Dieser soll so davon begeistert gewesen sein, dass er es einige Zeit lang immer wieder gelesen hat.

Trotzdem konnte Leibniz nicht dasselbe enge Verhältnis zum Herzog aufbauen wie ehedem zu Johann Friedrich: Er war nicht mehr der bevorzugte Gesprächspartner, sondern nur einer unter vielen. Das lag vor allem daran, dass Ernst August nicht viel übrig hatte für die speziellen Interessen seines Hofrates. Als ihm Leibniz im August 1680 von einem gerade erfundenen Dampfkochtopf berichtete, mit dessen Hilfe man beispielsweise Geflügel mit samt den Knochen weich kochen und genießbar machen könne, kann er den Herzog trotz kunstvoller Überzeugungsarbeit nicht dazu bringen, diesen Topf anzuschaffen.

Was Ernst August dagegen immer zu schätzen wusste, waren Vorhaben, die sein Machtstreben unterstützten. Diesen Weg wird Leibniz auch einschlagen, indem er im April 1685 ein Gutachten über eine italienische Chronik, in der auch die Welfen dargestellt sind, vorlegt. Darin schlägt er die Ausarbeitung einer Hausgeschichte vor. Wenn Leibniz die Abfassung dieser Hausgeschichte dreißig Jahre beschäftigt, dann vor allem deshalb, weil seine Interessen so weit gestreut waren.

Leibniz widmete sich fast jedem wissenschaftlichen Gebiet: sprachwissenschaftlichen Studien, wie etwa der Frage, welches die Ursprache der Menschheit gewesen sein mag, oder der Archäologie, indem er sich zum Fund eines prähistorischen Skeletts äußerte, an dessen Zahn er nachweist, dass es sich nicht um einen Riesen, sondern um ein Mammut gehandelt habe.

Im Februar 1698 starb Ernst August, zwei Monate später war das Leichenbegängnis. Dafür verfasste Leibniz die Personalien. Er charakterisierte den Kurfürsten als gerechten, klugen und vorurteilslosen Menschen.

Maria Marten

 

Monumentum Gloriae Ernesti Augusti, Eulogy in praise of Duke Ernst August, 1704

 

In February 1698, Ernst August died and two months later the funeral took place. Leibniz wrote the personal details for the occasion. He characterises the Duke as a fair, intelligent and liberal person.

Monumentum Gloriae Ernesti Augusti

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