Biblia Sacra, Anfang 13. Jahrhundert

Biblia Sacra

Während in romanischer Zeit oftmals nur ein oder zwei Mönche in der Schreibstube ihres Klosters an der Abschrift und Ausschmückung eines Buches arbeiteten, begann man im späten 12. Jahrhundert stärker arbeitsteilig vorzugehen, so dass die verschiedenen Arbeitsgänge, die zur Erstellung einer Pergamenthandschrift erforderlich sind, auf verschiedene Personen (auch Laien) aufgeteilt wurden: Dazu gehörten die Reinigung, das Strecken und Schneiden des Pergamentes, das Ziehen der Schreiblinien, die eigentliche Abschrift und die Illuminierung.

Als Buchhändler und Mittelsmänner agierten die so genannten librarii, die sowohl schon gebrauchte Exemplare weiterverkauften als auch als Geschäftsleute mit der Herstellung einer neuen Abschrift betraut wurden. Diese Handschrift enthält die vollständige Bibel und am Ende eine Übersetzung hebräischer Namen, einige liturgische Texte mit Textanfängen der Psalmen, Gradualpsalmen, Cantica (hymnische Stücke aus dem Alten und Neuen Testament für die Liturgie, die im Gottesdienst neben den Psalmen gesungen wurden) und Hinweise für Lesungen. Bemerkenswert ist vor allem das sehr feine Pergament, das von einem sehr jungen, möglicherweise schon im Mutterleib getöteten Tier stammt.

Die abgebildete Seite zeigt den Philemonbrief mit einer Zierinitiale und den Anfang des Hebräerbriefes mit einer Initiale, die geflügelte Fabelwesen darstellt.

Nina Otto

Holy Bible, beginning of the 13th century

Whereas in the Romanesque period, often a single monk copied a manuscript in the scriptorium of his cloister, already in the late 12th century, the work to be done would be divided between different specialists (who could also be laymen). In this period, the Biblia sacra, which is on display here, was written.

Particularly remarkable is the exceptionally thin pergament. It stems from a very young animal, that was perhaps already killed in its mother’s womb.

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