Leibniz’ Rechenmaschine, um 1695


Leibniz hatte seine Rechenmaschine für alle vier Grundrechenarten bis zu sechsstelligen Zahlen auf eine Reise nach London mitgenommen, um sie 1673 der Royal Society vorzuführen. Diese Rechenmaschine hatte erstmals die durchgehende vollständige Zehnerübertragung. Außerdem erfand Leibniz die Staffelwalze für die Addition. Denn es war problematisch, ein Zahnrad mit veränderlicher Zahnanzahl herzustellen.

Seit 1672 war Leibniz in Paris, wo er auch gehofft hatte, einen geeigneten Feinmechaniker für deren Konstruktion zu finden. Während er in London zum Mitglied der Royal Society ernannt wurde, klappte es in Paris nicht so recht. Es war auch aus Mangel an Geld, dass er Paris, Schauplatz für wissenschaftliche Begegnung und Diskussion, widerwillig verließ, um seine Stelle in Hannover anzutreten. Die Arbeit an der Rechenmaschine setzte er dort mit der Unterstützung des Helmstedter Professors Wagner und später des Zeitzer Hofpredigers Teuber fort. Das zweite Modell befindet sich seit 1880 im Besitz der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek.

Aus einem Brief von Leibniz an Dietrich Caspar von Fürstenberg, April (?) 1673:

Ich habe eine Maschine inventirt, deren bloßes unausgearbeitetes Model sowohl in Frankreich als England […] admirirt worden, […] deren zweck ist, durch ein Instrument zu addiren, zu subtrahiren, zu multipliciren und zu dividiren, also dass man […] mit einem wort gar keiner gemüths arbeit zur ganzen rechnung bedürffe, sondern mit höchster geschwindigkeit unfehlbar das Facit finde, dessen Nuzen in scienzen, financen, commercien und ganzen Menschl. Leben leicht zu erachten.

Zwei Maschinenbauer bauten, angeregt durch einen Vortrag an der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek, Leibniz’ Rechenmaschine nach. Alle Rechnungen würden zufrieden stellend durchgeführt. Während die Maschine von Leibniz die Aufgabe 12305897 x 96878532 ohne Probleme löste, hätte eine mechanische Rechenmaschine aus dem Jahr 1985 bereits nach 13 Stellen im Ergebnis Probleme. Quelle: Badur/Rottstedt: Und sie rechnet doch richtig! Erfahrungen beim Nachbau einer Leibniz-Rechenmaschine, in: studia leibnitiana 2/2004, Wiesbaden 2005. Für weitere Information klicken Sie bitte [hier]

Alexandra Lewendoski

Calculating machine, around 1695

Leibniz’ was the first to develop a calculating machine which could add, subtract, multiply and divide. He also invented the stepped drum for addition. A wooden model of his machine animated the Royal Society of London to offer him a membership in 1673. He continued his work on a 12-digit version and later on a 16-digit version. Since 1880 the second prototype has been in the Gottfried Wilhelm Leibniz Library.

Abstract of a letter from Leibniz to Dietrich Caspar von Fürstenberg, April (?) 1673:

I have invented a machine, which was admired in France and England. Its function is to add, subtract, multiply and divide, that means … in one word that your mind should not have any work to do for a complete calculation, other than to find the result very fast. It will easily be deemed useful in every science, financial business and all human life.

Leibniz' Rechenmaschine

Leibniz' Rechenmaschine

Leibniz' Rechenmaschine


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