Libretto Henrico Leone, Text von Ortensio Mauro, Musik von Agostino Steffani, 1689

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1688 wurde der venezianische Musiker und Komponist Agostino Steffani (1654 – 1728) Kapellmeister in Hannover. Im darauf folgenden Jahr wurde seine Oper »Henrico Leone« erwählt, um das erste Opernhaus in Hannover einzuweihen.

Steffanis Opern waren erfolgreich und wurden viel gelobt. Er überließ gewöhnlich alles, was mit Handlung und Aufbau des Stückes zu tun hatte, dem Autor des Libretto. Die Musik gestaltete er entsprechend dem Geschmack des Fürsten und dessen Wunsch nach Repräsentation.

Das Programmheft enthält in der Vorbemerkung eine Art Rechtfertigung für dieses Musikgenre:

Es haben zu jeder Zeit die Sterblichen in dieser Unruh und verdrussvollen Welt sich lassen angelegen seyn wie sie mit einer geziemenden Ergetzungen ihr von vielen Sorgen Mühe und Arbeit … angefüllten Gemüthe wiederum erleichtern möchten, damit sie nachdem durch diese Veränderungen die Lebensgeister wiederum erfrischet desto dass hiernechst den Vaterlande sind gemeinen Besten zu dienen dastand stünden.

Vor allem gibt es Vergnügen, die noch weitaus verdammenswerter seien:

Weit besser ist es warlich sein Herze mit einer angenehmen M sic, Comoedi und Opera gebührendermassen zu erlustiren als dem Bacchus und der Venus eine verdeutliche Visite und Opfer zu geben.

Alles in allem sei die Musik das beste irdische Vergnügen, und dem Gottesdienst würde sie auch nicht schaden. Die Libretti wurden in sehr begrenzter Anzahl gedruckt und waren sehr gefragt.

Alexandra Lewendoski

Libretto Henrico Leone, text by Ortensio Mauro, music by Agostino Steffani, 1689

In 1688, the Venetian composer and musician Agostino Steffani (1654 – 1728) became bandmaster in Hanover. In the following year his opera »Henrico Leone« was chosen for the inaugurating of the first opera house in Hanover.

Steffani‘s operas were successful and received much praise. Steffani used to leave everything that had to do with the action and structure of the play to the author of the libretto. And for his music he always kept in mind the tastes of the prince and everything that might provide him with the desired prestige.

In the programme we find an introductory remark providing a justification of this musical genre:

At all times mortals have exerted themselves for sake of easing their minds full of trouble, labour and pain with appropriate amusement in order to be able to serve their fatherland after having been refreshed with new energy.

Furthermore, there were amusements which are much more despicable:

It is much better to enjoy oneself with good music, comedy and opera than to pay tribute to Bacchus und Venus.

All things considered, music may be the best earthly pleasure and not detrimantal to the service of God.

Libretti used to be printed in very limited numbers and were highly sought after.

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