Marcus Valerius Martialis, Epigrammata, um 1465

Marcus Valerius Martialis, Epigrammata

Marcus Valerius Martialis, Epigrammata

Diese Handschrift, die das Werk des lateinischen Dichters Martial enthält, wurde angefertigt, als der Druck bereits in Italien Einzug hielt.

Martials (um 40 – 103/4 n. Chr.) Epigramme erfreuten sich bereits bei seinen Zeitgenossen großer Beliebtheit, was auch mit ihrem bunt gestreuten Themenkreis zu tun gehabt haben dürfte: Er reicht von Huldigungen an den Kaiser (den später geächteten Domitian) über Spott über die sexuellen Neigungen der Mitmenschen bis zu Aufschriften für Geschenke. Zwar kannte und schätzte auch das Mittelalter Martial bzw. einige seiner Epigramme – besonderes Interesse wurde ihm aber vor allem in der Renaissance entgegen gebracht – der Tatsache zum Trotz, dass sich der ein oder andere Gelehrte aus Rücksichten des Anstands und der Moral erbittert gegen seine Verbreitung wehrte. Und so war denn Martial auch einer der ersten antiken Dichter, der in Italien (vermutlich um 1470 herum) gedruckt wurde.

Die aufgeschlagene Seite zeigt u. a. folgendes Gedicht (das letzte in Buch 4, in Übersetzung):

„Ja, jetzt ist Schluss, ja, Büchlein,
jetzt sind wir am Ende angelangt.
Du aber willst immer noch weitermachen und länger werden
und lässt dich nicht mal am Ende des Blatts anhalten,
so, als wäre noch nicht fertig,
was doch schon auf der allerersten Seite fertig war.
Jetzt schimpft der Leser und macht schlapp,
ja sogar der Abschreiber sagt jetzt
ja, jetzt ist Schluss, ja, Büchlein.“

Nina Otto

Martial’s Epigrammata, around 1465

This manuscript, that contains the work of the Latin poet Martial, was written at at time when the press had already been introduced to Italy. Even though some scholars felt quite uncomfortable about the indecency of some of the poems and tried to hinder their circulation, Martial was to become one of the first poets of antiquity to be printed.

Marcus Valerius Martialis, Epigrammata

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