Estherrolle, Anfang des 17. Jahrhunderts
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Religionen sind konservativ. Dies zeigt sich nicht nur am Festhalten an alten, ja vielleicht sogar »toten« Sprachen, sondern z. B. auch an den über Jahrhunderte hinweg tradierten und gepflegten Festen, Sitten und Gebräuchen vergangener Zeiten. So hat sich das Judentum die Buchform der Antike, die Rolle, zu Teilen bewahrt.
Die Estherrolle (Megillat Esther) ist wichtig im Zusammenhang des jüdischen Purim-Festes, das am 14. oder 15. Adar als fröhliches, ausgelassenes Fest mit karnevalesken Zügen gefeiert wird. Heute ist es vor allem ein Fest der Kinder.
Zu den Festbräuchen gehören die Ausrichtung eines Gastmahls, gegenseitige Geschenke und Spenden an Arme. Beim abendlichen Gottesdienst wird das »Buch Esther« vorgelesen, welches – ebenso wie die Thora – nach wie vor die altertümliche Form einer Rolle hat. Während die in der Synagoge verwendeten Rollen keine Verzierungen haben dürfen, wurden die Estherrollen, die für den privaten Gebrauch bestimmt waren, seit dem 15. Jahrhundert häufig prächtig ausgeschmückt.
Ausgezogen misst diese Schrift insgesamt 6,5 m.
Nina Otto
The scroll of Esther, Beginning of the 17th century
The Megillah which is on display here plays an important part during the Jewish holiday of Purim. The fine drawings are typical for the Megillat Esther in private use whereas the rolls which are kept in the synagogue do not have any embellishment.
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