Aristoteles, Opera, Inkunabel mit Zeichnung von Albrecht Dürer, 1495
bookmarks2009 -->Im 16. Jahrhundert wurden mehr Schriften zu Aristoteles (384 – 322 v. Chr.) und seinen Werken verfasst als in den tausend Jahren zuvor. Dies hatte unter anderem auch mit den neuen Vervielfältigungsmöglichkeiten, die der Buchdruck bot, zu tun. Mit die ersten griechischen Drucke entstammen der Offizin (Werkstatt mit angegliedertem Verkaufsraum) von Aldus Manutius in Venedig. Sie gehören zu den kostbarsten und schönsten Drucken der Geschichte (Aldinen).
Es ist unschwer zu sehen, dass Drucke dieser Art einen Übergang von der Handschrift mit ihrer häufig sehr aufwendigen künstlerischen Gestaltung zum gedruckten, oft recht schmucklosen Buch darstellen. Der Text beginnt mit der Initiale des Buchstaben O, um den sich üppiges, stilisiertes Blattwerk rankt. Unten auf der Seite sieht man ein von Albrecht Dürer gefertigtes Bild, das zwei Kinder zeigt, die auf dem Rücken von schuppigen, delfinartigen Tieren mit gewaltigen Hauern gegeneinander kämpfen. Allerdings ist nur diese erste Seite farbig. Zwischen den kindlichen Kämpfern prangt das Wappen des Nürnberger Humanisten Willibald Pirckheimer (1470 – 1530), dem dieser Druck gehörte. Er ist der erste in einer Aristoteles-Gesamtausgabe von insgesamt fünf Bänden. Da der Band völlig frei von Eintragungen ist, liegt es nahe, darin kein Gebrauchsexemplar, sondern ein Sammlungsobjekt zu sehen.
Der hier zu sehende Text ist die durch den Neuplatoniker Porphyrius (234 – um 304) verfasste Einführung in die Kategorienlehre, die den Aristoteles-Schriften vorangestellt ist.
Nina Otto
Aristotle, Incunable with a drawing by Albrecht Dürer, 1495
The 16th century saw more works of Aristotle published than the entire Middle Ages. In part, the reason for this was the invention of the printing press, which made it possible to publish at a much lower cost and in a quantity which previously seemed unimaginable. The very first to print with Greek letters was the Venetian Aldus Manutius.
The book that is on display here belonged to the well-known erudite Willibald Pirckheimer, who lived at Nuremberg. The illustration on the front page is by his famous compatriot Albrecht Dürer.
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