Monseer Fragmente, um 800
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Im Zuge der Bildungsbestrebungen Karls des Großen („Karolingische Renaissance“) spielten die Benediktinerklöster eine wichtige Rolle. Aus einem solchen Kloster stammen auch die Monseer Fragmente, zwei Blätter einer unvollständigen Handschrift, die wahrscheinlich um 800 im Kloster Mondsee im Salzkammergut von einem Benediktinermönch geschrieben wurde. Sie stellen die erste überlieferte Übersetzung (von Teilen) der Bibel ins (Althoch-) Deutsche dar. Ursprünglich stand auf der Recto-Seite (rechts) die deutsche Übersetzung, auf der Verso-Seite (links) das lateinische Original. So konnte sich der des Lateinischen kundige Leser sofort und ohne Blättern von der Richtigkeit bzw. Angemessenheit der Übersetzung überzeugen bzw. – war er des Lateinischen nicht ganz so kundig – in die deutsche Übersetzung hinüberschielen.
Die Schrift der Fragmente ist die vereinheitlichte Reformschrift der karolingischen Zeit, die heute noch gut lesbare Karolingische Minuskel.
Weitere größere Abschnitte der Handschrift werden in der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien aufbewahrt. Neben dem Matthäusevangelium enthält das Wiener Fragment weitere ins Deutsche übertragene theologische Texte, die für die germanistische Sprachforschung von unschätzbarem Wert sind.
Dass die Handschrift „stückweise“, also teils in Wien, teils in Hannover aufbewahrt wird, liegt daran, dass der Kodex im 15 Jh. für die Verwendung in Bucheinbänden zerschnitten wurde. So verfuhr man häufig mit vermeintlich überflüssigen bzw. ‚veralteten’ Büchern. Die in Hannover befindlichen Blätter waren dem Hannoveraner Bibliothekar Eckhart, Leibnizens Sekretär, gesandt worden, der sie, als er selbst Hannover verließ, dort zurückließ.
Gezeigt wird hier die Vorderseite des ersten Blattes mit der althochdeutschen Übersetzung von Matthäus 12, Vers 1–14.
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