Niederdeutsches Gebetbuch, um 1430

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Nicht nur der Klerus, sondern auch Privatleute besaßen im Mittelalter religiöse Schriften, die z. B. für das häusliche Gebet bestimmt waren. Das ausgestellte niederdeutsche Gebetbuch gehörte einer Frau, wie aus den Anreden hervorgeht (3v: my arme sunderynne …). Es ist auf Mittelniederdeutsch verfasst und erzählt in Reimen die Lebensgeschichten von Maria und Jesus. Hinter jedem Abschnitt steht ein Gebet, im ersten Teil, der Marias Leben darstellt, ein Ave Maria, im zweiten, Jesus gewidmeten Teil, ein Pater noster. Die Malereien sind in den gotischen Lieblingsfarben blau und rot ausgeführt und mit Gold unterlegt. Die Abbildung zeigt die Verkündigung Mariens. Das Schriftband im Hintergrund bietet den marianischen Gruß: Ave gracia plena dominus tecum.

Nina Otto

Prayer Book, around 1430

This prayer book from the northern part of Germany contains the narrative of the lives of Mary and Jesus. Like the richly endowed Books of Hours, that were widespread at this time, the book was produced for someone who did not belong to the clergy, in this case a woman, as can be seen by the form of adress.

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