Weltatlas von Joan Blaeu (Atlas Blaeu), 1667
bookmarks2009 -->Kaum ein anderer Bereich veranschaulicht den Forscherdrang und Wissensdurst der Frühen Neuzeit besser als die Kartographie. In einer Zeit immer neuer Entdeckungen informieren Karten einerseits die interessierte Öffentlichkeit über das aktuelle Weltbild, andererseits dienen sie den Seefahrern als nautisches Hilfsmittel.
Der Aufstieg der Niederlande zur beherrschenden Seemacht und die wirtschaftliche, wissenschaftliche und kulturelle Vorreiterrolle des Landes im 17. Jahrhunderts war eng mit der Dominanz der niederländischen Atlantenproduktion seit Ortelius und Hondius verbunden. Deutlich wird diese Verbindung in der Person des Willem Janszoon Blaeu (1571 – 1638), dessen Aufstieg um 1630 begann, und seines Sohnes Joan Blaeu (1598 – 1673), der auf dem Höhepunkt des Goldenen Zeitalters der Niederlande den bis dato umfangreichsten und prachtvollsten Atlas herausbrachte. Joan Blaeu diente der Niederländischen Ostindien-Kompanie als Kartograph.
Der von Willem Janszoon Blaeu und später von Joan Blaeu herausgegebene Atlas erschien erstmals 1635 als »Theatrum Orbis Terrarum« bzw. »Novus Atlas« in zwei Bänden. Er wurde bis 1655 auf sechs Bände erweitert und erschien schließlich 1662/63 in einer elf- bzw. zwölfbändigen Ausgabe als »Atlas Maior« (lateinisch) bzw. »Le grand Atlas« (französisch). Mit ca. 600 See- und Landkarten und ca. 3.000 Textseiten vereinigt er das gesamte geographische Wissen seiner Zeit und gilt mit der Handkolorierung und den Prachteinbänden als teuerster Atlas, der jemals erschienen ist. Die Bedeutung der einzelnen Karten wird durch Zitate und Reiseeindrücke historischer Persönlichkeiten unterstrichen.
Zu sehen ist der erste Band der zwölfbändigen französischen Ausgabe »Le grand Atlas ou Cosmographie blaviane«, erschienen 1667.
Björn Schreier
Atlas of the world by Joan Blaeu (Atlas Blaeu), 1667
This atlas first published by Willem Janszoon Blaeu and subsequently edited by his son, Joan Blaeu, was published in 1635 with the title »Theatrum Orbis Terrarum« or »Novus Atlas«, in two volumes. Until 1655, the edition was extended to six volumes and in 1662/63 eventually appeared as »Atlas Maior« (11 vol., Latin version) and as »Le grand Atlas« (12 vol., French) respectively. There are approx. 600 maps and nautical charts which, in conjunction with approx. 3.000 pages of written text, represent the whole geographic knowledge of the period. Colouration and luxury of the binding make this atlas the most expensive ever published. Here the first volume of the French edition »Le grand Atlas ou Cosmographie blaviane« (1667) is to be seen.
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2 Comments Add your own
1. Gerken, Rosemarie | Januar 16th, 2009 at 16:13
In der Bibl. nat.de France heißt es nicht “cosmographie blaviane”, sondern “blariane”:
Titre(s) : Le grand Atlas ou cosmographie blariane [Texte imprimé]
Publication : Amsterdam, 1663
Description matérielle : Gr. in-fol.
Notice n° : FRBNF39360123
Wer hat hier die richtige Bezeichnung?
2. Björn Schreier | Januar 20th, 2009 at 19:12
Danke für den Hinweis! Die korrekte Schreibung lautet “blaviane”, eine Adjektivableitung des Namens “Blaeu” (das v entspricht einem u).
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